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Warum ich Leinen liebe und welche vielen Vorteile es hat

Immer häufiger werde ich gefragt, was genau mich an Leinen so überzeugt und wie Leinen vor allem im direkten Vergleich zu Baumwolle beurteilt werden kann. Welche Vorteile bietet Leinen und was macht es eigentlich so teuer? Leinen besitzt viele besondere Eigenschaften und zeichnet sich durch verschiedene Vorteile aus. Welche genau das sind und wozu sich das Material am Besten eignet, möchte ich Euch gerne näher bringen und hoffe, dass ihr Leinen nach diesem Beitrag (noch viel mehr) lieben werdet.

Herstellung von Leinen

Die Leinenfaser wird aus dem Stängel der genügsamen und schnell nachwachsenden Flachspflanze gewonnen. Angebaut wird die Flachspflanze meist in Küstennähe, da sie ein maritimes Klima liebt. In Deutschland wird Leinen daher nur im Norden angebaut. So einfach der Anbau der Pflanze auch ist, die Ernte und Verarbeitung ist im Vergleich zu anderen pflanzlichen Fasern recht aufwendig und kompliziert und somit natürlich auch kostenintensiv. Die Pflanze wird zunächst komplett aus der Erde gezogen, um anschließend die Flachsfasern in den Stängeln von anderen Pflanzenbestandteilen zu trennen. Die Stengel der Pflanze werden dann geröstet, damit sich die Bastfasern vom Stengel lösen und anschließend ausgekämmt werden können. In dem Kämmprozess entstehen dann die hochwertigen Langfasern, zum größten Teil jedoch sogenannte Kurzfasern, die beispielsweise zum Polstern oder für technische Zwecke eingesetzt werden. Für die Herstellung von Stoffen werden nur die Langfasern verwendet und diese werden zu einem dicht gewebten Leinenstoff verarbeitet. Heutzutage ist die Produktion von Leinen sehr umweltschonend und in der Regel auch umweltfreundlicher als die Gewinnung von Baumwolle. Der gesamte Prozess der Leinenherstellung erfordert jedoch einen sehr großen Aufwand und das macht Leinen auch zu einem sehr teuren und hochwertigen Naturmaterial.

Eigenschaften von Leinen

Leinen wird schon seit Jahrtausenden verarbeitet und war von der von der griechischen und römischen Antike bis ins europäische Mittelalter neben Wolle das Hauptmaterial für Kleidung. Geschätzt wurde schon immer die hygienische und schmutzabweisende Eigenschaft des Stoffes. Die Leinenfaser ist sehr glatt und das Leinengewebe schließt wenig Luft ein – somit ist Leinen flusenfrei und vor Bakterien und Dreckt geschützt. Dank seiner bakterienhemmenden und wasserbindenden Eigenschaft sorgt Leinen für eine sehr geringe Feuchtigkeit und verhindert die Entwicklung von Bakterien, ist somit also von Natur aus keimtötend. Das Material neutralisiert sogar Gerüche und wird daher auch gerne in der Schuhproduktion eingesetzt. Eine weitere Besonderheit von Leinen ist die wasserbindende Eigenschaft. Leinen nimmt bis zu 35% Luftfeuchtigkeit auf und kann diese Feuchtigkeit auch schnell mit der Umgebung austauschen, somit entsteht ein kühlender Effekt. Vor allem im Sommer wird Leinen dadurch als Kleidung in Form von Hemden, Blusen und Hosen aber auch als Bettwäsche sehr geschätzt. Der Stoff ist atmungsaktiv und auf der Haut angenehm wärmeregulierend.

Die Saugfähigkeit und Unempfindlichkeit des Materials bietet beispielsweise für Geschirrtücher, Bettwäsche und Kissenhüllen sehr große Vorteile. Das Leinengewebe lässt sich bei recht hohen Temperaturen waschen und bügeln und ist dabei wesentlich robuster als ein Baumwollstoff. Ein häufiges Waschen macht den Stoff keinesfalls schlechter oder lässt ihn vergilben, ganz im Gegenteil: Je mehr Leinen benutzt und gewaschen wird, desto weicher, geschmeidiger und auch weißer (natürlich nur bei weißem Leinen) wird es. Die Reissfestigkeit der unelastischen Leinenfaser macht das Naturmaterial zu einem sehr langlebigen und strapazierfähigem Produkt, nur für den Einsatz von beispielsweise Stuhlpolsterungen eignet sich das pflanzliche Material nicht besonders gut, denn die Scheuerfestigkeit ist nicht sehr hoch. Leinen ist jedoch durch die starke Faser wirklich ein Material für die Ewigkeit und damit heute eine große Ausnahme auf dem Textilmarkt. Die meisten Textilien werden mit sehr geringen Kosten und somit auch mit sehr geringer Qualität hergestellt und halten dementsprechend nicht lange. Natürlich kann man in der unelastischen, langlebigen Leinenfaser auch einen kleinen Nachteil sehen, denn die geringe Elastizität führt dazu, dass der Stoff leicht knittert und sich beim Bügeln nicht so schnell glätten lässt. Allerdings lieben viele den Leinenstoff gerade wegen dieser „unperfekt“ wirkenden Optik und wenn man den Stoff doch glatt bügeln möchte, empfiehlt es sich diesen vorher etwas anzufeuchten, dann ist es viel leichter. Man sollte unbedingt wissen, dass Leinen das erste Mal beim Waschen etwas einläuft, was vor allem bei Kleidung zu beachten ist. Im Shop findet ihr bei jedem Leinenprodukt einen Link zu Pflegehinweisen, damit ihr ganz genau wisst, wie man das Material am Besten behandeln sollte. Generell ist Leinen wirklich sehr pflegeleicht.

Mich begeistern nicht nur die Nachhaltigkeit und die besonderen Eigenschaften von Leinen, sondern vor allem auch die angenehme Haptik und das so natürliche Aussehen. Ich glaube wenn man einmal all die Vorteile von Leinen zu schätzen gelernt hat, dann möchte man dieses elegante Material nicht mehr missen – so geht es zumindest mir. Eine Zeit lang galt Leinen aber tatsächlich als sehr langweilig und nicht besonders attraktiv, das hat sich heute definitiv geändert. Die Beliebtheit von Leinen wird mit Sicherheit auch noch viel weiter steigen, denn es stimmen einfach alles Aspekte. Überzeugt Euch gerne selbst davon, wie schön Leinen sich als Kissenhülle, Geschirrtuch, Tischset oder Kulturtasche macht und wie wunderbar der Stoff ist. Diese und weitere Produkte findet ihr natürlich bei Lundkvist im Shop.

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3 Comments
  • Tobias

    26. August 2019 at 16:07 Antworten

    Hallo,

    ich entwickle mich auch langsam zum Leinen-Fan.

    Ich habe eine Frage dazu: ich trage sehr gerne lLeinenhosen. Ich habe mir eine farbige Leinenhose(schwarz) gekauft. Auf dem Etikett steht, dass diese Hose in die Reinigung muss. Wahrscheinlich wegen der Farbe.

    Nun frage ich mich, wie häufig man Leinenhosen überhaupt waschen sollt, wenn sie nicht äußerlich verschmutzt sind. Kannst du mir da einen ungefähren Anhaltspunkt geben?

    Liebe Grüße
    Tobias

    • Birthe

      28. August 2019 at 16:58 Antworten

      Lieber Tobias,

      das ist schön zu hören :) Ich glaube, wenn man sich einmal in dieses einzigartige & zeitlose Naturmaterial verliebt, dann kommt man auch nicht mehr davon los.

      Ich kann Dir natürlich nicht konkret sagen, wie genau Deine neue Leinenhose zu pflegen ist, aber generell ist Leinen sehr unkompliziert und pflegeleicht.
      Reine Leinenstoffe werden mit der Zeit – mit dem Gebrauch und dem Waschen – immer schöner und authentischer. Das heisst, Du kannst Leinen so häufig waschen wie Du magst. Wenn der Stoff allerdings nicht verschmutzt ist, dann brauchst Du ja nicht unnötig waschen und sparst damit Energie und Wasser :) Einfach mal gut durchlüften reicht dann auch mal. Leinen ist grundsätzlich sehr hygienisch, da der Stoff von Natur aus eine antimikrobielle Wirkung hat.

      Ich denke auch, dass der Hersteller Deiner neuen Hose empfiehlt, diese professionell reinigen zu lassen, um vor möglichem Farbverlust zu schützen. Ich persönlich habe noch nie etwas aus Leinen in die Reinigung gegeben, sondern auch dunkle Stoffe problemlos (schonend) selbst gewaschen. Wenn du sicher sein willst, dann solltest Du aber lieber auf die Empfehlung des Herstellers achten oder da noch einmal nachfragen :)

      Viele liebe Grüße
      Birthe

      • Tobias

        29. August 2019 at 21:40 Antworten

        Hallo Birthe vielen Dank für die Antwort.

        ich glaube ich werde nach deinem Rat alles mit der Hand waschen Auch weil ich nicht weiß wie ich bei meiner Waschmaschine einstellen soll, dass sie Sachen nicht schleudert. Bei Farbverlusten werde ich die Hose einfärben.

        Vielen Dank für die Antwort, ich habe dazu nichts im Internet gefunden.

        Liebe Grüße

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